Spieglein an der Wand - Wer bin ich?

Spieglein an der Wand

Erkenne dich selbst

Wer sich für Esoterik, also Kartenlegen, Hellsehen, Wahrsagen usw., interessiert, interessiert sich stets auch für Selbstfindung. „Gnothi seautòn“ – „Erkenne dich selbst“ – das war der Wahlspruch des berühmtesten Orakels der Antike, des Orakels von Delphi. Wahre Erkenntnis sollte von Selbsterkenntnis ausgehen. Doch tatsächlich haben wir mit der Selbsterkenntnis alle so unsere kleinen Probleme. Wenn dann auch noch eine Beziehung hinzukommt, können sich die Probleme potenzieren. So steht hinter der drängenden Frage, die täglich beim Kartenlegen gestellt wird: „Wie sieht er mich?“, auch die tiefere Frage: „Wer bin ich denn eigentlich?“

Andere lieben dich insoweit Du Dich selbst liebst

Andere Menschen können Dich nur insoweit erkennen, achten und lieben, wie Du Dich selbst erkennst, achtest und liebst. Das ist eine uralte Erkenntnis – so alt wie das Orakel von Delphi und womöglich noch älter – doch ihre Umsetzung in unserem Alltag fällt oft schwer. Viele sind unsicher: wie wirke ich eigentlich auf andere? Wie sieht mich der andere? Welches Bild hat der Partner von mir? Die Antwort darauf ist oft verblüffend einfach: genau dasselbe Bild, das wir auch von uns selbst haben. In den meisten Fällen wird Dein Partner genau so viel von Dir halten, wie Du selbst, und Dich genau in dem Maß respektieren, wie Du Dich selbst liebst. Ich höre Dich schon protestieren, liebe Seele: Du wirst mich an Deine schreckliche Beziehung mit Deinem Ex-Freund Martin (Name frei erfunden) erinnern, der Dich doch überhaupt nicht respektiert hat. Das glaube ich Dir. Aber bitte überlege einmal: hast Du Dich damals selbst respektiert? Wärst Du mit ihm zusammen geblieben, wenn Du Dich selbst mehr respektiert hättest?

Selbstrespekt contra Leistungsdruck und Wettbewerb

Selbstrespekt wird uns leider nicht anerzogen. Im Gegenteil, wir werden von Kindesbeinen an durch Leistungsdruck erzogen und an Wettbewerb gewöhnt. Vergleiche mit anderen sollen uns anspornen, lassen uns aber oft an uns selbst zweifeln, weil wir ein bestimmtes – von Eltern, Schule und Chefs gepredigtes – Ideal nicht erreichen können. Und dann landen wir in der Falle, die die meisten heute verschlingt: wir kaufen uns Statussymbole und glauben, dadurch unsere Selbstachtung zu steigern. Oder wir kaufen uns etwas und bilden uns ein, dadurch etwas „zu sein“. Aber wer wir sind, kann uns kein Konsum der Welt eröffnen. Denn wir sind nicht die Summe des Anderen, nicht die Summe der schönen Kleider, der Schönheits-OP, der teuren Autos, der Bewunderer, nicht der Blick unseres Partners und nicht sein Bild von uns. Wir sind wir. Du bist Du. Dein Selbstbild prägt Dein Leben. Aber das Gute ist: es ist wandelbar. Wenn es bisher nicht zum Glück führte, kann es verändert werden.

Kartenlegen, Hellsehen, ... als Vermittler

Unsere verschiedenen divinatorischen Medien, ob Lenormandkarten beim Kartenlegen, Tarot, Pendel oder Hellsicht ohne Hilfsmittel sind stets nur Vermittler, die die aktuelle Schwingung Deines Unterbewusstseins erfassen können wie ein Seismograf atmosphärische Schwingungen erfasst. Wer die Gegenwart kennt, kennt die Zukunft, heißt es. Deine Gegenwart wird jedoch maßgeblich bestimmt durch das Selbstbild, das Du hast, und wenn Du verstehst, was Du wirklich über Dich denkst, dann weißt Du auch, wie Dir andere Menschen, Deine Familie, Deine Kollegen und Dein Partner begegnen. Probiere doch mal Folgendes aus: geh über eine Straße und denke Dir „Ich bin wunderschön“. Du wirst sofort Deine Körpersprache verändern und aufrechter gehen. Du nimmst die Schultern zurück und trägst den Kopf gerade. Vielleicht lächelst Du. Und die anderen Menschen lächeln zurück. Bestimmt! Aber wenn Du wirklich wie ein Top-Model aussiehst, aber mit schlechter Laune und hängendem Kopf durch die Straßen schlurfst, wird Dich niemand ansehen oder für liebenswert halten.

Wir leben in einer „PS-Phase“

Wir leben derzeit in einer Zeit, die ich gern scherzhaft die „PS-Phase“ nenne: die „Post-Secret-Phase“. Damit meine ich den 2006 erschienenen Bestseller „The Secret“ von Rhonda Byrne, der in zahlreiche Weltsprachen übersetzt wurde. Die dort geäußerten Ideen von der Wechselwirkung zwischen Deinen Gedanken und der sogenannten Realität sind heute weit verbreitet, großenteils sind sie auch nicht von der Autorin erfunden, sondern lediglich gesammelt und wiedergegeben worden. Die Grundidee, das „Gesetz der Anziehung“ (law of attraction), ist sicher richtig: Deine Gedanken ziehen bestimmte Ereignisse an. Aber es funktioniert bei weitem nicht so einfach, wie viele glauben. Deshalb wird in esoterischen Kreisen auch oft schon von einem falsch verstandenen Spiegel-Gesetz gesprochen. Tatsächlich funktioniert es nicht, wenn Du Dir täglich sagst „Ich bin wertvoll, ich bin schön, ich bin die ideale Partnerin“, wenn Deine inneren Gefühle überhaupt nicht damit übereinstimmen. Gedanken und Gefühle müssen übereinstimmen, um Wirkungen erzeugen zu können. Und da sind wir wieder bei der Selbsterkenntnis: wer sich selbst kennt, der kennt auch seine inneren Hindernisse und Hemmungen, die ihm im Weg stehen. Ohne diese zu bewältigen, wird er schwerlich neue Wirklichkeiten schaffen können. Weder für sich selbst, noch mit dem Partner.

Achtungsvolle Grüße
Deine Stella

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